🐶 Junghundeschau der Deutschen Schleppjagdvereinigung 2020 🐶

Samstag hieß es für unsere Junghunde früh aufzustehen und einen spannenden Ausflug mit dem Meutemobil in‘s knapp 200km entfernte Hünxe/Schwarzenstein zu machen.
Fünf Rüden und zwei Hündinnen (eine musste aufgrund von Läufigkeit leider daheim bleiben) durften sich bei herrlichster Kulisse des RWS auf Haus Schwarzenstein präsentieren.
Die Youngster zeigten sich fröhlich aufgeschlossen, In- und Exterieur gefielen: 2x sehr gut, 3x gut & 2x genügend lautete das Urteil der Richter. Zu guter Letzt wurde unser Falko auch noch zum Vizechampion ernannt!
Toll, die Früchte der Arbeit und Mühe der letzten Wochen und Monate ernten zu dürfen. Mit einem so tollen Feedback im Gepäck können wir uns nun motiviert auf unsere Trainingswoche in Zechlin freuen, bei der das Einjagen der Junghunde zu Pferd und die Vorbereitung auf die anstehende Betriebssicherheitsprüfung auf dem Plan stehen.

Besondere Zeiten erfordern besondere Ideen & Flexibilität

… 2020 das „Corona Jahr“… alles ist anders! Und doch haben wir viel geschafft: Friedel & Heike haben trotz aller Schwierigkeiten und Einschränkungen den Kennel versorgt und oft ohne Hilfe alle Arbeiten verrichtet und sich um die hounds gekümmert die sowas von „in den Startlöchern“ standen – wir hatten uns so auf die Woche in Zechlin gefreut, wo doch schon das geplante Training in Kirchdorf nicht nur aus Corona-Gründen abgesagt werden musste… ABER: Wir alle haben das beste daraus gemacht, unter entsprechenden Maßnahmen das Fahrradtraining und die Entwicklung der Junghunde unterstützt sowie in den letzten Tagen auch das Ziel erreicht, sie an Pferde zu gewöhnen 👍😊🐎🐶🐶🐶. Dank der absoluten Gelassenheit & Souveränität besonderer Pferde und der ruhigen und sicheren Arbeit der Piköre unter wohl überlegter Anleitung des Masters – absolute Teamarbeit am heimischen Kennel 👍.

Wir würden sagen; Die Bilder sprechen für sich 😍

Unser Hundertraining findet regelmäßig - je nach Witterung - zu Pferd oder Fahrrad statt

Auch in diesem Jahr sind intensive auswärtige Trainingseinheiten in der Kirchdorfer Heide und Zechlin (Brandenburg) geplant.

Details folgen

Ostwestfalen Meute trainierte 2019 in Zechlin

Durchhaltevermögen – das braucht es, um eine Meute zu führen und auch nach Rückschlägen den „aufsteigenden Ast“ nicht aus den Augen zu verlieren. Heike und Friedel Sielemann sind „wieder da“ und haben eine gelungene Trainingswoche in Zechlin absolviert.

„Es war eine lange Pause seit dem letzten Ritt mit den Hunden – und der wurde wegen Ausfall des Masterpferdes auch noch ohne Master durchgeführt, auf der Jagd in Melle-Oberholsten im September 2018. Dort verlief alles glatt, aber man spürte die Anspannung und den Druck der Verantwortung, mit der die Piköre ihre Aufgabe meisterten, während Friedel Sielemann ohne Pferd dabei war und auf sein Team vertraute. Seit dem konnte kein Training zu Pferd durchgeführt werden.
Auch die Woche in Zechlin war bestimmt von Premieren und Ungewissheiten. Aber die Aufregung wandelte sich schnell in die deutliche entspanntere Einstellung des Masters „… wir lassen es mal auf uns zukommen und machen das Beste daraus. Nur die Ruhe bewahren …“ und genau so war es dann auch!

Am ersten Tag trafen alle Teilnehmer mit Anhang nach mehrstündiger Fahrt so ein, dass noch der erste kurze Ritt mit den Hunden absolviert werden konnte, 13 Koppeln inklusive Junghunde, die nur wenige Male am Pferd gelaufen sind. „La Mannschaft“, das waren neben Heike und Friedel Sielemann noch drei Piköre mit gewisser Erfahrung und „drei Fragezeichen“, d.h. eine geübte Jagdreiterin mit sicherem Pferd, aber beide ohne Hundeerfahrung, eine begleitende Reiterin mit großem Interesse an der Schleppjagd und ein erfahrener Reiter mit völlig unerfahrenem Pferd. Dazu der Master „nur“ mit seinem Nachwuchspferd, das sich zwar gut zeigt, aber eben noch kein „alter Hase“ ist und Huntslady Heike mit ihrem neuen Fuchs zum ersten Mal an den Hunden, sogar mit Schleppgeschirr. Der Winter war dem Basistraining und der guten Vorbereitung gewidmet, aber viel Gelände gab es nicht. Alles nichts, was man unbedingt ein sicheres Blatt nennen würde – aber nach bestimmter Einfindungsphase und ein wenig Aufregung hat alles so funktioniert, das wir abends fröhlich und erleichtert beisammen saßen und den Ablauf der kommenden Woche grob besprechen konnten.

In den folgenden Tagen ist es gelungen, jeden Pikör in unterschiedliche Aufgaben an verschiedenen Plätzen in der Ordnung einzusetzen. Friedel hat mit seiner Erfahrung und Übersicht eine gute Richtung vorgegeben und wenn es mal nicht ganz rund lief, wurde auch im Nachhinein die Situation besprochen und Tipps konnten umgesetzt werden. Das führte definitiv zu besserem Verständnis und war für alle sehr lehrreich.

Alle Hunde liefen alsbald geschlossen, und zur größten Freude verhielt Heikes „For Charity“ sich so vorbildlich, dass beide in Begleitung der neuen Pikörin souverän die Schleppen legen konnten. Was will man mehr? Die unerfahrenen Pferde lernten schnell dazu, alle Reiter hatten viel Freude, die Pferde nahmen ihre Aufgabe super an – und es war genug Zeit, sich auch den vielfältigen touristischen Angeboten der wunderschönen Region rund um die vielen Seen widmen zu können. Von Karin Lücks vortrefflicher Betreuung aller Zwei- und Vierbeiner ganz zu schweigen.

Hier ein Paar Kommentare der Mitreisenden: „…ich bin total begeistert, wie mein neues Pferd den neuen Job gemacht hat. Außerdem freuen wir uns, dass ‚Elvis’ im Pack läuft …“ (Heike); „… anfangs haben alle deutlich gemerkt, dass Pferde, Reiter und Hunde schon eine Weile nicht miteinander gearbeitet haben. Aber dann fanden wir den Rhythmus und mit jedem Anlegen, jeder Schleppe funktionierte es besser…“ (Astrid);„…eine erlebnisreiche Woche voller Input, Geselligkeit & Emotionen. Obwohl ich mich schon einige Jahre aktiv und überzeugt dem Jagdreiten zugewandt habe, begeistert mich der Blick `hinter die Kulissen`- ganz nah an den Hunden – besonders. Es war spannend, einzelne Hunde in ihrer Individualität und gleichzeitig beim Agieren im Pack zu beobachten, sie `lesen zu lernen`und wenn nötig blitzschnell einen Schritt voraus zu sein.
Die Bemühungen um Junghund Elvis sowie das sachte Heranführen neuer Pferde unterstreichen, dass sich Geduld, Spucke und Leidenschaft auszahlen. Ich bin sehr stolz auf mein Pferd, die als Novizin sowohl vorne an der Schleppe als auch an den
Hunden einen souveränen Job gemacht hat…“ (Jessica).

Gegen Ende der Woche wurde die Gruppe kleiner, da nicht alle bis zum Schluss bleiben konnten. Die Krönung war der letzte Tag, an dem die Hunde von vier Reitern sicher geführt werden konnten. Im Gepäck für die Heimreise viele Eindrücke, Freude über die verschiedenen Entwicklungen und auch ein bißchen Wehmut, denn im Alltag fällt ja bekanntlich alles wieder etwas schwerer. Das Fazit von Heike und Friedel Sielemann: „Manchmal wünschen wir uns ein wenig Anerkennung und vielleicht etwas mehr Interesse von Reitern und Liebhabern dieser besonders traditionsreichen und so vielseitigen Sparte der Reiterei. Wer mit dem Gedanken spielt, eine Schleppjagd zu veranstalten oder auch mal einen Kurs mit Einblicken in die Arbeit mit der Meute, Verhalten im Jagdfeld und abschließendem Trainingsritt oder Jagd anzubieten, darf sich gerne bei uns melden.“
Text: Patricia Aufdemkampe, OWM und Bilder: privat, OWM